Diese Redewendung wird verwendet, wenn vor einem gemeinsamen Vorhaben das wahre Wesen eines Menschen zum Vorschein kommt.

Zwei marokkanische Kaufleute, Moses und Salah, verabredeten sich, um ein gemeinsames Geschäft zu besprechen.

Sie verabredeten sich in einem Café in der Medina nahe der großen Moschee. Zur Verabredung brachte Moses ein Pfund Walnüsse mit. Er machte die Tüte auf und legte sie auf den Tisch. Zur Krönung des Treffens bestellten sie sich selbstverständlich einen großen Berrad d’Atay (Berrad: Teekanne, Atay: Grüner Tee mit Zucker, dazu ein Bund frische Minze und einen kleinen Zweig Wermut).

Moses begann seine Ideen zu erklären. Salah hörte interessiert zu. Davon ausgehend, dass die Walnüsse nicht nur zur Dekoration gedacht waren, fing er an, eine nach der anderen zu knacken und zu verzehren und wiederholte stets: „Ich muss schon sagen, diese Walnüsse schmecken hervorragend!"

Anfangs war Moses darüber erfreut, dass sein Mitbringsel guten Anklang fand und dachte eher an ein gutes Omen für die bevorstehende Partnerschaft. Als aber nach und nach immer mehr Schalen als ganze Nüsse zu sehen waren, begann seine Freude langsam zu schwinden und sein Misstrauen zu wachsen. 

Auf dem Tisch waren nur noch Schalen zu sehen. Moses hörte auf, über die Zukunftspläne zu reden, schaute auf den Tisch und sah Salah fragend an, ohne die Frage der Fragen zu stellen. Nicht, dass er Salah die Walnüsse nicht gegönnt hätte!

Während Moses mit dem Gedanken beschäftigt war, wie er das Verhalten von Salah interpretieren sollte, sagte Salah mit einer wohlwollenden Stimme: „Deine bisherigen Erläuterungen gefallen mir gut. Ich sehe eine große Übereinstimmung mit meinen Vorstellungen.“

Moses dachte nur: „Er hätte mich ja wenigstens fragen können, ob ich auch ein Walnüsschen haben wolle!“ Er ging nicht weiter auf die Anmerkungen von Salah ein und sagte lediglich: „Was uns zu Partnern hätte machen können, ist nun vorbei.

Und die Moral: Zu einer Partnerschaft gehört Vertrauen. Moses sah im Verhalten von Salah einen Verstoß gegen die guten Sitten und somit einen Hinweis auf fehlende soziale Kompetenz. Eine Partnerschaft wäre somit nicht empfehlenswert. Freunde ja, aber keine gemeinsamen Geschäfte.

von Idriss Aljay und 
Fouad Filali

   

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